Über das Festival

Casanovafest

Die Schöpfer des Casanovafestes – eines Festivals der Liebe und Erotik – sind Slobodan Vugrinec i Boris T. Matić. Das Fest soll in Form einer Kudgebung die historische Verbindung des berühmten Verführers Casanova zum Ort Vrsar feiern.
Giacomo Casanova besuchte Vrsar in den Jahren 1743 und 1744, zu einer Zeit, als der Ort bereits für gutes Essen, den Wein Refosco und schöne Frauen berühmt war.
Das Casanovafest wurde von der Naturschönheit der Stadt Vrsar, ihrem Archipel und dem Camp Konversada – dem ersten und damals größten Naturisten-Camp Europas – inspiriert, der bereits im Jahr 1961 begründet wurde.

Die Liebe und die Erotik stellen eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration dar. Aus diesem Grund widmet sich das Festival über diverse Künste wie Literaturabende, Ausstellungen, Filmprojektionen und Musikhappenings diesem ewigen Thema und den allzeitigen Überlegungen zu Liebesverhältnissen, denen sich auch Casanova intensiv hingab, um sie nachträglich so bildhaft in seinen Memoiren festzuhalten.

Giovanni Giacomo Casanova

Giovanni Giacomo Casanova wurde am 2. April 1725 in die Familie eines venezianischen Schauspielers hinein geboren. Nach einer erfolglosen Priesterausbildung wird er zum Sekretär des Kardinals Acquaviva, danach Geiger am venezianischen Theaterorchester. Gleichzeitig werden seine zwei jüngeren Brüder berühmte Maler. In diesen Jahren wird Casanova des Unterhandels und der schwarzen Magie bezichtigt. Er geht nach Lyon und danach nach Paris, wo er sich den Freimaurern anschließt. Casanova bewegt sich in hohen Kreisen, macht die Bekanntschaft mit Josef II., Katharina der Großen und anderen Herrschern. Er verkehrt mit Mozart und Voltaire. Doch hauptsächlich widmet er sich den Frauen und Glücksspielen und reist durch Europa. Nach seiner Rückkehr nach Venedig wird er laufend beschattet und schließlich wegen kleinerer Straßenglücksspiele und Betrüge verhaftet. Nach einem Jahr Haft im gefürchteten venezianischen Gefängnis Piombi durchschlägt er Ende 1756 das Kerkerdach und flieht in die französische Metropole. In Paris gründet Casanova die erste öffentliche Lotterie und wird über Nacht reich. In dieser Zeit verfasst er sein erstes Werk Meine Flucht aus den Bleikammern von Venedig, übersetzt Homers Iliade und beginnt mit der Arbeit am utopischen Roman Icosameron. Indessen zwingen ihn seine alten Leidenschaften – das Spielen, Unterhandeln und Schulden – dazu, Paris zu verlassen. Er bereist ganz Europa und für die letzten 10 Jahre seines Lebens lässt er sich in der Tschechei nieder, wo er die Bibliothekars- und Sekretärsanstellung beim Grafen von Waldstein erhält. Durch Krankheiten und ein abenteuerliches Leben geschwächt, verlässt Casanova kaum noch seine Wohnung und verbringt den Großteil seiner Zeit mit der Aufzeichnung seiner Erinnerungen, die in 20 Bänden beziehungsweise auf 4000 Seiten erscheinen werden.

Casanova stirbt am 4. Juni 1798 in einer nordtschechischen Festung im Alter von 73 Jahren. Er erlebt nicht den Druck seiner Memoiren, doch gerade diese werden aus ihm in den nachfolgenden Jahrhunderten den weltgrößten Abenteurer und Liebhaber machen.