Filmprogramm
Das Kino des Casanovafestes wird unter freiem Himmel die Filme Sylvie Kristels, bekannter als Emmanuelle, zeigen, wodurch der Abend an noch mehr Wärme gewinnen wird. Indessen wird die retrospektive Ausstellung Zvonimir Maycugs diesen besonderen Regisseur feiern.
SYLVIA KRISTEL
Sylvia Kristel wurde in Utrecht (Niederlande) geboren. Ihre Eltern Piet und Jean-Nicholas führten dort ein Familienhotel. Als Sylvia 14 Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden, da der Vater die Familie für eine neue Frau verließ. Im Alter von 17 Jahren begann sie zu modeln und gewann im Jahre 1973 den Schönheitswettbewerb Miss TV Europe. Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich ihre Karriere steil aufwärts. 1974 wurde sie mit ihrer Hauptrolle im erotischen Film Emmanuelle berühmt, der auch heute noch als einer der erfolgreichsten französischen Filme gilt. Kristel erhielt seitdem oft Rollen, die gerade auf dieser Figur basierten, was insbesondere in der Adaptation von Lady Chatterley’s Lover (1981) und im Film Mata Hari (1985) deutlich wird. Die Figur der Emmanuelle verfolgte sie bis in die USA, wo sie die Rolle der Nicole Mallow im Film Private Lessons (1981) erhält. Im sehr erfolgreichen und kontroversen Fim spielt sie eine Haushälterin, die einen Teenager verführt. Es folgten Rollen in weniger bekannten Filmen und schließlich erneute Rollen in den Fortsetzungen Emmanuelles in den frühen 1990-er. Im Mai 2006 erhält Sylvia Kristel den Preis des Filmfestivals Tribec in New York für die Regie des Trickfilmes Topor und ich. Unlängst besuchte sie Kroatien während der Dreharbeiten zum letzten Film Sviličićs Raj na zemlji (Paradies auf Erden).
Filme:
ZVONIMIR MAYCUG
Verliebt in die Erotik beziehungsweise die erotische Handhabung der menschlichen Sexualität, trat Zvonimir Maycug mit dem Film Oaza (Die Oase) in die heimsche und internationale Filmgeschichte ein, indem er der erste Regisseur wurde, der in einem kommunistischen Land einen Pornofilm drehte. Da die Pornografie gesetzlich verboten war, wurde die Filmkopie vom jugoslawischen Filmproduktionshaus „Jadran film“ beschlagnahmt und 1983 vernichtet, woraufhin Maycug zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt wurde. 1987 drehte er eine neue Version des Filmes mit gleichem Titel, diesmal jedoch auf Video, und platzierte diese mit Erfolg auf dem Videomarkt. Neben dem Film Oaza führte er auch in zwei weiteren Filmen Regie. Zum einen im ländlichen Drama Ja sam tvoj Bog (Ich bin Dein Gott) mit der berühmten serbischen Schauspielerin Ružica Sokić, die den Sprung in das reguläre Kinonetzwerk nicht schaffte, und zum anderen im unabhängig produzierten Melodram Kalvarija (Die Kalvarie) aus dem Jahr 1996, dessen Aufnahme in das Programm des Pula-Film-Festivals der damalige Festivalkurator Mato Kukuljica ablehnte. Als Grund gab er einen mangelhaften technischen Standard an. So erlebte der Film im Nachinein eine sehr begrenzte Video-Distribution. Trotz der Tatsache, dass der Film in der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt bleib, stellt Kalvarija den bisher unter anderem auch auf Produktionsebene anspruchsvollsten Film Maycugs dar, der seinen Autor als interessanten Vertreter des kroatischen naiven Filmes affirmiert.
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